BU für Selbstständige: Warum du als Unternehmer besonders gefährdet bist
Als Selbstständiger oder Freelancer bist du der Motor deines Unternehmens. Fällst du aus, fällt alles aus. Kein Arbeitgeber zahlt dir sechs Wochen Lohnfortzahlung, kein Unternehmen springt ein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige ist deshalb nicht nur sinnvoll – sie ist überlebenswichtig.
Die gute Nachricht: Eine BU ist auch für Selbstständige erhältlich. Die etwas komplizierte Nachricht: Es gibt einige Besonderheiten, die du kennen solltest. Dieser Guide erklärt alles.
Kurz & knapp: Als Selbstständiger hast du keinen Sozialversicherungsschutz wie Angestellte. Wirst du berufsunfähig, bricht dein Einkommen sofort und vollständig weg. Eine BU ist deshalb für dich noch wichtiger als für jeden anderen.
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Warum Selbstständige ohne BU besonders gefährdet sind
Angestellte profitieren im Krankheitsfall von einem soliden Sicherheitsnetz: Sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, danach Krankengeld durch die Krankenkasse für bis zu 78 Wochen. Selbstständige haben das nicht.
Was passiert, wenn du als Selbstständiger längerfristig ausfällst:
- Dein Einkommen sinkt sofort auf null (oder stark ab)
- Fixkosten (Miete, Leasing, Kredite) laufen weiter
- Kunden springen ab
- Mitarbeiter müssen trotzdem bezahlt werden
- Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt nur, wer dauerhaft nicht mehr arbeiten kann (Erwerbsminderungsrente)
Die Erwerbsminderungsrente ist übrigens so gering, dass sie kaum zum Leben reicht. Im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente ca. 940 € pro Monat – für die meisten Selbstständigen eine Katastrophe.
Die 4 wichtigsten Besonderheiten bei der BU für Selbstständige
1. Die Absicherungshöhe richtig wählen
Als Angestellter orientiert sich die BU-Rente am Nettoeinkommen. Als Selbstständiger ist das komplizierter, weil dein Einkommen schwanken kann.
Empfehlung: Orientiere dich an deinen monatlichen Fixkosten plus einem angemessenen Lebensunterhalt.
| Kostenpunkt | Beispiel/Monat |
|---|---|
| Lebenshaltungskosten | 2.000 € |
| Geschäftsmiete (falls zutreffend) | 800 € |
| Kranken- und Pflegeversicherung | 450 € |
| Sonstige Fixkosten | 300 € |
| Empfohlene BU-Rente | 3.500 € |
2. Nachversicherungsgarantie nutzen
Dein Einkommen als Selbstständiger wächst hoffentlich mit den Jahren. Achte darauf, dass dein BU-Vertrag eine Nachversicherungsgarantie enthält. Damit kannst du die BU-Rente erhöhen – ohne erneute Gesundheitsprüfung – wenn sich deine Einkommenssituation verbessert.
3. Infektionsklausel für bestimmte Berufe
Bist du im Gesundheitswesen selbstständig (Zahnarzt, Arzt, Heilpraktiker)? Dann ist eine Infektionsklausel wichtig. Sie greift, wenn dir behördlich Berufsverbot erteilt wird, weil du einen Infektionserreger trägst.
4. Konkrete Berufsbezeichnung im Vertrag
Stelle sicher, dass dein konkreter Beruf im Vertrag genau beschrieben ist. Nur so wird die Leistungsprüfung nach deinem tatsächlich ausgeübten Beruf bewertet – und nicht nach einer abstrakten Tätigkeit, die du theoretisch noch ausüben könntest.
Krankentagegeld als Ergänzung
Neben der BU ist für Selbstständige ein Krankentagegeld sinnvoll. Es zahlt ab dem vereinbarten Tag der Arbeitsunfähigkeit (z.B. ab dem 15. oder 43. Tag), noch bevor die BU-Grenze von 50% Berufsunfähigkeit erreicht ist.
Tipp: Kombiniere BU + Krankentagegeld für einen lückenlosen Schutz. Die BU schützt bei längerfristiger Unfähigkeit, das Krankentagegeld überbrückt die Zeit dazwischen.
BU für Freelancer und Soloselbstständige
Freelancer und Soloselbstständige sind die verwundbarste Gruppe, weil:
- Kein Team, das Aufgaben übernimmt
- Kein Unternehmenswert, der verkauft werden kann
- Einnahmen hängen zu 100% an der eigenen Arbeitskraft
Gerade für diese Gruppe gilt: Die BU ist die wichtigste Versicherung überhaupt – noch vor der Haftpflicht.
| Berufsgruppe | BU-Rente empfohlen | Besonderheit |
|---|---|---|
| Freelancer (IT, Marketing) | 2.500–4.000 € | Hohe Einnahmen absichern |
| Handwerksmeister (selbst.) | 2.000–3.500 € | Körperlicher Beruf = höheres Risiko |
| Freiberufliche Berater | 3.000–5.000 € | Nachversicherung wichtig |
| Kreativberufe | 1.500–3.000 € | Oft günstigere Risikoklasse |
Steuern: BU-Beiträge für Selbstständige absetzen
Als Selbstständiger kannst du die Beiträge zur BU-Versicherung in der Regel als Sonderausgaben steuerlich geltend machen – allerdings nur im Rahmen der Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen.
Hinweis: Die steuerliche Behandlung hängt von deiner individuellen Situation ab. Sprich mit deinem Steuerberater, wie du deine BU-Beiträge optimal absetzen kannst.
5 Tipps für die richtige BU als Selbstständiger
- Früh abschließen: Bevor du gesundheitliche Probleme entwickelst, ist der Abschluss einfacher und günstiger.
- Richtige Rentenhöhe: Rechne deine Fixkosten durch und wähle eine ausreichend hohe Rente.
- Nachversicherungsgarantie: Unverzichtbar, wenn dein Einkommen wächst.
- AU-Klausel einschließen: Zahlt bereits bei längerer Krankschreibung, bevor 50% BU-Grenze erreicht ist.
- Anonyme Risikovoranfrage: Lass vorab prüfen, wie Versicherer dein Risiko bewerten – ohne Spuren in deiner Versicherungshistorie.
Fazit: Als Selbstständiger kommst du an der BU nicht vorbei
Wer selbstständig arbeitet, trägt sein wirtschaftliches Risiko vollständig selbst. Das ist die Freiheit – aber auch die Verantwortung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige und Freelancer die wichtigste Absicherung, die es gibt.
Mit dem richtigen Vertrag schützt du nicht nur dich selbst, sondern auch dein Unternehmen, deine Familie und alles, was du aufgebaut hast.
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Weitere Informationen:
- Was kostet eine BU? Kosten & Beiträge im Überblick
- BU-Gesundheitsfragen richtig beantworten
- Mehr Informationen für Selbstständige findest du bei versicherungenmitkopf.de.