Wie hoch sollte deine BU-Rente sein?
Eine der wichtigsten Entscheidungen beim BU-Abschluss ist die Höhe der monatlichen Rente. Zu niedrig, und sie reicht im Ernstfall nicht – zu hoch, und du zahlst unnötig hohe Beiträge.
Die Faustregel: 70–80% deines aktuellen Nettoeinkommens als BU-Rente absichern. Aber die Faustregel allein reicht nicht – du solltest deinen Bedarf individuell berechnen.
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Der richtige Rechenweg: Deinen Bedarf ermitteln
Statt einfach 70% des Nettogehalts zu nehmen, empfehlen wir einen differenzierteren Ansatz: Berechne, was du wirklich brauchst.
Schritt 1: Fixkosten zusammenzählen
Was sind deine monatlichen Pflichtausgaben, die du auch bei Berufsunfähigkeit weiterhin zahlen musst?
| Ausgabenblock | Dein Betrag |
|---|---|
| Miete / Kreditrate | _____ € |
| Nebenkosten (Strom, Wasser, Heizung) | _____ € |
| Lebensmittel | _____ € |
| Krankenversicherung (wichtig!) | _____ € |
| Private Altersvorsorge (muss weiterlaufen!) | _____ € |
| Mobilität (Auto, ÖPNV) | _____ € |
| Kommunikation (Handy, Internet) | _____ € |
| Versicherungen | _____ € |
| Sonstiges | _____ € |
| Gesamt | _____ € |
Das Ergebnis ist deine absolute Untergrenze.
Schritt 2: Lebensstandard berücksichtigen
Die reine Untergrenze sichert das Überleben – aber nicht deinen Lebensstandard. Plane eine Reserve von 10–20% ein für:
- Freizeit und Kultur
- Kleidung
- Urlaub
- Unvorhergesehenes
Schritt 3: Staatliche Leistungen abziehen
Falls du Anspruch auf staatliche Leistungen hast (z.B. gesetzliche Erwerbsminderungsrente), kannst du diese theoretisch abziehen. Aber Vorsicht: Die staatliche Rente ist oft sehr niedrig und unsicher – plane hier nicht zu optimistisch.
Typische Fehler bei der Rentenhöhe
Fehler 1: Zu niedrig versichern Viele wählen eine zu niedrige Rente, um Beiträge zu sparen. Im Ernstfall reicht das Geld dann nicht und der Lebensstandard bricht massiv ein.
Fehler 2: Krankenversicherungsbeitrag vergessen Im Leistungsfall bist du nicht mehr über den Arbeitgeber versichert. Du musst deine Krankenversicherung selbst zahlen – das können 200–500 € pro Monat sein.
Fehler 3: Altersvorsorge nicht einplanen Wenn du nicht mehr arbeitest, zahlt niemand mehr in deine Altersvorsorge ein. Plane in der BU-Rente Geld für die private Altersvorsorge ein.
Fehler 4: Inflation ignorieren Ohne Leistungsdynamik verliert deine Rente jährlich an Kaufkraft. Eine Leistungsdynamik von 2–3% pro Jahr ist daher dringend empfohlen.
Wie hoch kann ich mich versichern?
Es gibt eine Obergrenze: Du kannst nicht mehr BU-Rente versichern, als du verdienst. Versicherer verlangen Einkommensnachweise und versichern in der Regel maximal 70–80% des Bruttoeinkommens.
Für Studenten und Berufseinsteiger ohne hohes Einkommen: Starte mit einer niedrigen Rente und nutze die Nachversicherungsgarantie, um sie später zu erhöhen.
Fazit: Lieber etwas mehr als zu wenig
Im Zweifel ist eine etwas höhere Rente besser als eine zu niedrige. Die Mehrkosten im Beitrag sind oft überschaubar – der Unterschied im Leistungsfall kann enorm sein.
Berechne deinen individuellen Bedarf sorgfältig und lass dich dabei beraten.
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Weitere Informationen:
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