BU-Ratgeber

BU-Leistungsfall: Was tun, wenn du berufsunfähig wirst?

Was passiert im BU-Leistungsfall? Wir erklären Schritt für Schritt, wie du deine BU-Rente beantragst, welche Unterlagen du brauchst und worauf du achten musst.

Das Wichtigste in aller Kürze

  • Was passiert im BU-Leistungsfall? Wir erklären Schritt für Schritt, wie du deine BU-Rente beantragst, welche Unterlagen du brauchst und worauf du achten musst.
  • Tipp: Bitte deinen Hausarzt und Facharzt frühzeitig um Unterstützung. Erkläre ihnen, dass du einen BU-Leistungsantrag stellst und welche Unterlagen du benötigst. Gute Ärzte kennen den Prozess.
  • Eine verbindliche Annahme- oder Leistungsentscheidung trifft ausschließlich der jeweilige Versicherer nach vollständiger Prüfung.

So ordnen wir BU-Fragen ein

Unsere Ratgeber verbinden öffentlich nachvollziehbare Quellen, einen echten Aktualitätsstand und fachliche Prüfung. Die digitale Versicherbarkeitsprüfung ist eine unverbindliche Orientierung und speichert im ersten Schritt keine Kontakt- oder Gesundheitsdaten. Eine verbindliche Entscheidung trifft ausschließlich der jeweilige Versicherer.

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Der Leistungsfall: Was jetzt wirklich wichtig ist

Du bist berufsunfähig oder dein Arzt hat festgestellt, dass du es voraussichtlich sein wirst. Das ist eine belastende Situation – körperlich, emotional und finanziell. In dieser Situation ist es wichtig, dass deine Berufsunfähigkeitsversicherung reibungslos zahlt.

Aber: Der Weg zur Auszahlung ist nicht immer einfach. Viele Versicherte machen beim Leistungsantrag Fehler, die zu Verzögerungen oder sogar Ablehnungen führen. Dieser Guide erklärt dir, wie du den Prozess richtig angehst.

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Schritt 1: Den Versicherer frühzeitig informieren

Sobald absehbar ist, dass du voraussichtlich für mindestens 6 Monate nicht mehr in der Lage sein wirst, deinen Beruf zu mindestens 50% auszuüben, solltest du deinen Versicherer informieren.

Wichtig: Warte nicht zu lange. Viele gute Tarife leisten rückwirkend ab dem Beginn der Berufsunfähigkeit – aber nur wenn du den Leistungsantrag innerhalb bestimmter Fristen stellst. Außerdem: Je früher du dich meldest, desto früher fließt das Geld.

Schritt 2: Die Unterlagen zusammenstellen

Das ist oft der aufwendigste Teil. Für den Leistungsantrag brauchst du:

Von dir:

  • Ausgefülltes Antragsformular des Versicherers
  • Tätigkeit detailliert beschreiben: Was hast du zuletzt konkret gemacht? Wie viel Prozent Zeit für welche Aufgaben?
  • Nachweis über bisherige und aktuelle Beschäftigung

Von deinen Ärzten:

  • Ärztliche Atteste und Befundberichte
  • Diagnosen mit ICD-Codes
  • Behandlungsberichte der letzten Monate
  • Prognose des behandelnden Arztes

Optional aber hilfreich:

  • Gutachten eines Facharztes
  • Bescheinigungen von Arbeitgeber oder Krankenkasse

Tipp: Bitte deinen Hausarzt und Facharzt frühzeitig um Unterstützung. Erkläre ihnen, dass du einen BU-Leistungsantrag stellst und welche Unterlagen du benötigst. Gute Ärzte kennen den Prozess.

Schritt 3: Den Beruf korrekt beschreiben

Das ist der häufigste Fehler im Leistungsantrag und einer der wichtigsten Punkte überhaupt: Die genaue Beschreibung deiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit.

Warum ist das so wichtig? Die BU leistet, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kannst. Der Versicherer prüft sehr genau, was du konkret gemacht hast – und ob du das tatsächlich nicht mehr kannst.

Konkret bedeutet das:

  • Nicht nur die Berufsbezeichnung (z.B. „Buchhalter"), sondern eine genaue Aufgabenliste
  • Prozentualer Zeitanteil für jede Aufgabe
  • Körperliche Anforderungen beschreiben (Sitzen, Stehen, Heben etc.)
  • Geistige und psychische Anforderungen beschreiben

Beispiel für eine gute Tätigkeitsbeschreibung:

AufgabeZeitanteilAnforderung
Computerarbeit, Dateneingabe60%Dauerhaftes Sitzen, Konzentration
Kundengespräche, Beratung20%Kommunikation, Empathie
Besprechungen, Meetings10%Stehen, Präsentation
Aktenverwaltung, Ablage10%Leichtes Heben, Laufen

Eine solche genaue Beschreibung hilft dem Versicherer – und dir, da sie beweist, dass du die betroffenen Tätigkeiten wirklich nicht mehr ausführen kannst.

Schritt 4: Prüfung durch den Versicherer

Nach Eingang aller Unterlagen prüft der Versicherer deinen Antrag. Das dauert in der Regel 4–12 Wochen, kann aber auch länger dauern.

Der Versicherer kann:

  • Zusätzliche Informationen anfordern: Er darf bei deinen behandelnden Ärzten nachfragen (mit deiner Einwilligung)
  • Einen eigenen Gutachter schicken: Er kann ein unabhängiges medizinisches Gutachten in Auftrag geben
  • Den Antrag genehmigen: Du bekommst deine monatliche Rente – rückwirkend ab Beginn der BU

Was tun, wenn der Versicherer ablehnt?

Eine Ablehnung ist zunächst kein Grund zur Panik. Viele erfolgreiche Leistungsfälle beginnen mit einer Ablehnung.

Häufige Ablehnungsgründe

  • 50%-Grenze nicht erreicht: Der Versicherer kommt zu dem Schluss, dass du deinen Beruf noch zu mindestens 50% ausüben kannst
  • Abstrakte Verweisung: Bei schlechten Tarifen – du könntest theoretisch einen anderen Beruf ausüben
  • Falsche Angaben im Antrag: Wenn bei den Gesundheitsfragen etwas verschwiegen wurde

So gehst du gegen eine Ablehnung vor

  1. Ablehnungsbegründung genau lesen: Aus welchem Grund lehnt der Versicherer ab?
  2. Widerspruch einlegen: Du hast das Recht, der Entscheidung zu widersprechen
  3. Spezialisierten Anwalt einschalten: Ein auf Versicherungsrecht spezialisierter Anwalt kennt die Argumente und Rechtsprechung
  4. Ombudsmann einschalten: Die Versicherungsombudsleute bieten kostenlose Vermittlung bei Streitigkeiten

Wichtig: Gib nicht auf. Viele Versicherte, die anfangs abgelehnt wurden, bekommen im Widerspruchsverfahren oder vor Gericht Recht.

Was passiert nach der Bewilligung?

Sobald dein Antrag genehmigt ist, erhältst du:

  • Die vereinbarte monatliche Rente – rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit
  • Beitragsbefreiung: Du musst keine BU-Beiträge mehr zahlen
  • Ggf. Leistungsdynamik: Die Rente steigt jährlich (wenn vertraglich vereinbart)

Nachprüfungsrecht des Versicherers: Der Versicherer hat das Recht, in regelmäßigen Abständen (oft alle 1–3 Jahre) zu prüfen, ob die Berufsunfähigkeit noch besteht. Du bist verpflichtet, an dieser Prüfung mitzuwirken und aktuelle Atteste zu liefern.

Fazit: Vorbereitung ist die halbe Miete

Im Leistungsfall zahlt sich aus, einen guten Tarif zu haben – und den Antrag sorgfältig vorzubereiten. Lass dir dabei helfen: Dein behandelnder Arzt, ein auf Versicherungsrecht spezialisierter Anwalt und unsere Experten stehen dir zur Seite.

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Weitere Informationen:

Häufige Fragen

Wovon hängt die Entscheidung für eine BU ab?

Versicherer betrachten unter anderem Beruf, Gesundheitsangaben, Alter, Hobbys, gewünschte Rentenhöhe und die Vertragsbedingungen. Die Bewertung kann deshalb von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich ausfallen.

Was sollte ich vor einem Antrag vorbereiten?

Ordne deine Tätigkeitsbeschreibung und die abgefragten Gesundheitszeiträume sorgfältig. Bei unklaren Angaben kann eine anonyme Risikovoranfrage vor einem formellen Antrag sinnvoll sein.

Ist eine Online-Ersteinschätzung verbindlich?

Nein. Eine digitale Prüfung dient nur der Orientierung. Verbindlich ist erst die individuelle Entscheidung des Versicherers auf Grundlage eines vollständigen Antrags.

Nächste Schritte

Bedarf sowie Berufs- und Gesundheitsangaben sorgfältig ordnen. Die digitale Prüfung ist eine unverbindliche Orientierung; eine verbindliche Entscheidung trifft erst der Versicherer zu einem vollständigen Antrag.

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Quellen und redaktionelle Prüfung

Dieser Artikel wurde nach der Redaktionsrichtlinie geprüft.