Warum Ärzte eine besondere BU brauchen
Für Ärzte ist die Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig – und gleichzeitig besonders komplex. Denn Ärzte gehören einerseits zu den bestbezahlten Berufsgruppen (hoher Absicherungsbedarf), andererseits haben sie spezifische berufliche Risiken, die eine sorgfältige Tarifauswahl erfordern.
Dazu kommt: Die meisten Ärzte sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern im berufsständischen Versorgungswerk. Das hat Auswirkungen auf die staatliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit.
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Das Versorgungswerk und seine Grenzen
Ärzte sind im ärztlichen Versorgungswerk ihrer Landesärztekammer pflichtversichert. Die meisten Versorgungswerke zahlen auch bei Berufsunfähigkeit – aber mit erheblichen Einschränkungen:
- Hohe Hürden: Die Leistungsvoraussetzungen sind oft ähnlich streng wie bei der staatlichen Erwerbsminderungsrente
- Abstrakte Verweisung: Viele Versorgungswerke verweisen auf andere Arztbereiche oder arztähnliche Tätigkeiten
- Geringe Leistung: Die Berufsunfähigkeitsrente des Versorgungswerks deckt in der Regel nur einen Teil des Einkommens ab
Eine private BU ist daher für die meisten Ärzte unverzichtbar.
Die konkrete Verweisung: Das wichtigste Kriterium für Ärzte
Das wichtigste Kriterium für Ärzte beim BU-Abschluss ist die Klausel zur konkreten Verweisung.
Stell dir vor: Du bist Chirurg und kannst wegen einer Handverletzung keine Operationen mehr durchführen. Bist du deswegen berufsunfähig?
- Schlechter Tarif: Der Versicherer verweist dich auf eine andere ärztliche Tätigkeit (z.B. Allgemeinmedizin oder eine beratende Tätigkeit). Er zahlt nicht.
- Guter Tarif: Dein zuletzt ausgeübter Beruf war der des Chirurgen. Du kannst diesen Beruf nicht mehr ausüben – die BU zahlt.
Achte daher unbedingt auf den Verzicht auf abstrakte UND konkrete Verweisung innerhalb des Arztberufs.
Weitere wichtige Punkte für Ärzte
Hohe Rentenhöhe: Ärzte verdienen gut. Sichere entsprechend hoch ab – 70–80% des Nettoeinkommens. Bei Fachärzten kann das 4.000 € oder mehr monatlich sein.
Selbstständige Ärzte: Als niedergelassener Arzt hast du noch weniger staatliche Absicherung. Eine anonyme Risikovoranfrage ist hier besonders wichtig.
Früh abschließen: Viele Ärzte schließen ihre BU erst nach dem Studium ab. Besser: Schon während des Studiums oder der Facharztausbildung. Die Beiträge sind dann deutlich günstiger.
Psychische Gesundheit: Ärzte sind überdurchschnittlich von Burnout und psychischen Erkrankungen betroffen. Achte darauf, dass dein Tarif diese Ursachen vollständig abdeckt.
Fazit: Ärzte brauchen eine individuelle BU mit den richtigen Klauseln
Die BU für Ärzte ist keine Standardabsicherung. Sie erfordert eine individuelle Beratung, die richtige Klausel zur Verweisung und eine ausreichend hohe Rente.
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Weitere Informationen:
- Was kostet eine BU?
- BU für Selbstständige
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