BU-Ratgeber

Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln: Wann lohnt es sich?

Du bist unzufrieden mit deiner BU? Erfahre, wann ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, was du beachten musst und welche Alternativen es gibt.

Das Wichtigste in aller Kürze

  • Du bist unzufrieden mit deiner BU? Erfahre, wann ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, was du beachten musst und welche Alternativen es gibt.
  • Ein BU-Wechsel lohnt sich nur, wenn die neue BU deutlich bessere Konditionen bietet UND du noch gesund genug bist, um eine neue BU zu bekommen. In vielen Fällen ist eine Vertragsanpassung die bessere Lösung.
  • Eine verbindliche Annahme- oder Leistungsentscheidung trifft ausschließlich der jeweilige Versicherer nach vollständiger Prüfung.

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Unsere Ratgeber verbinden öffentlich nachvollziehbare Quellen, einen echten Aktualitätsstand und fachliche Prüfung. Die digitale Versicherbarkeitsprüfung ist eine unverbindliche Orientierung und speichert im ersten Schritt keine Kontakt- oder Gesundheitsdaten. Eine verbindliche Entscheidung trifft ausschließlich der jeweilige Versicherer.

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Sollte ich meine BU wechseln?

Du bist unzufrieden mit deiner aktuellen Berufsunfähigkeitsversicherung? Die Beiträge sind zu hoch, die Leistungen zu schlecht, oder du hast ein besseres Angebot gefunden? Dann stellst du dir die Frage: Soll ich meine BU wechseln?

Die kurze Antwort: Ein BU-Wechsel kann sinnvoll sein, aber er ist nicht immer die beste Lösung. Es gibt Risiken und Nachteile, die du kennen solltest.

In diesem Ratgeber erfährst du:

  • Wann ein BU-Wechsel sinnvoll ist
  • Welche Risiken und Nachteile es gibt
  • Wie du richtig wechselst (ohne Versicherungslücke)
  • Welche Alternativen es gibt
  • Was du bei der neuen BU beachten musst

Kurz & knapp: Ein BU-Wechsel lohnt sich nur, wenn die neue BU deutlich bessere Konditionen bietet UND du noch gesund genug bist, um eine neue BU zu bekommen. In vielen Fällen ist eine Vertragsanpassung die bessere Lösung.

Wann ist ein BU-Wechsel sinnvoll?

Ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung kann in folgenden Situationen sinnvoll sein:

1. Deutlich günstigere Beiträge

Wenn du eine neue BU findest, die mindestens 20-30 % günstiger ist als deine aktuelle BU (bei gleichen oder besseren Leistungen), kann ein Wechsel lohnen.

Beispiel: Du zahlst aktuell 100 € pro Monat. Eine neue BU kostet nur 70 € pro Monat bei gleicher Leistung. Das sind 360 € Ersparnis pro Jahr.

Aber: Prüfe genau, ob die günstigere BU wirklich gleichwertig ist. Oft sind günstige Tarife mit schlechteren Bedingungen verbunden.

2. Bessere Leistungen

Wenn deine aktuelle BU veraltete Bedingungen hat (z. B. keine abstrakte Verweisung, schlechte Nachversicherungsgarantie), kann ein Wechsel zu einer modernen BU sinnvoll sein.

Wichtige Leistungsmerkmale:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • Gute Nachversicherungsgarantie
  • Weltweiter Versicherungsschutz
  • Rückwirkende Leistung ab Eintritt der BU

3. Berufswechsel in eine günstigere Risikogruppe

Wenn du von einem körperlich anstrengenden Beruf (z. B. Handwerker) in einen Bürojob gewechselt bist, kannst du mit einer neuen BU deutlich sparen.

Beispiel: Als Maurer zahlst du 150 € pro Monat. Als Büroangestellter nur noch 80 € pro Monat.

4. Schlechte Erfahrungen mit dem aktuellen Versicherer

Wenn dein Versicherer im Leistungsfall schlecht zahlt oder du schlechte Erfahrungen gemacht hast, kann ein Wechsel sinnvoll sein.

Aber: Prüfe vorher, ob der neue Versicherer wirklich besser ist. Schau dir Bewertungen und Leistungsquoten an.

Wann ist ein BU-Wechsel NICHT sinnvoll?

In vielen Fällen ist ein BU-Wechsel keine gute Idee:

1. Du hast Vorerkrankungen

Wenn du seit Abschluss deiner aktuellen BU Vorerkrankungen entwickelt hast, bekommst du wahrscheinlich keine neue BU mehr – oder nur mit Ausschlüssen und Zuschlägen.

Beispiel: Du hast seit Abschluss deiner BU Rückenprobleme entwickelt. Eine neue BU würde Rückenerkrankungen ausschließen oder einen Risikozuschlag verlangen.

Ergebnis: Deine alte BU ist besser, weil sie noch ohne Ausschlüsse gilt.

2. Du bist älter geworden

Je älter du bist, desto teurer wird eine neue BU. Selbst wenn die Konditionen besser sind, kann die neue BU teurer sein als die alte.

Beispiel: Du hast deine BU mit 25 Jahren abgeschlossen. Jetzt bist du 40. Eine neue BU kostet deutlich mehr, weil das Risiko gestiegen ist.

3. Die Ersparnis ist gering

Wenn die neue BU nur 5-10 € pro Monat günstiger ist, lohnt sich der Wechsel meist nicht. Der Aufwand und die Risiken überwiegen den Nutzen.

4. Du hast bereits lange eingezahlt

Je länger du bereits in deine BU eingezahlt hast, desto mehr verlierst du bei einem Wechsel. Denn:

  • Du verlierst die Alterungsrückstellungen
  • Du fängst bei der neuen BU bei null an
  • Die neue BU ist teurer, weil du älter bist

Faustregel: Nach 10+ Jahren Beitragszahlung lohnt sich ein Wechsel meist nicht mehr.

Die Risiken eines BU-Wechsels

Ein BU-Wechsel birgt erhebliche Risiken:

Risiko 1: Gesundheitsprüfung

Bei jeder neuen BU musst du eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Wenn du nicht mehr gesund bist, bekommst du entweder:

  • Keine neue BU
  • Eine BU mit Ausschlüssen (z. B. Ausschluss von Rückenerkrankungen)
  • Eine BU mit Risikozuschlägen (höhere Beiträge)

Problem: Du kannst deine alte BU erst kündigen, wenn die neue BU bestätigt ist. Wenn du abgelehnt wirst, stehst du ohne BU da.

Risiko 2: Versicherungslücke

Wenn du deine alte BU kündigst, bevor die neue BU bestätigt ist, hast du eine Versicherungslücke. Wenn du in dieser Zeit berufsunfähig wirst, hast du keinen Schutz.

Lösung: Kündige die alte BU erst, nachdem die neue BU schriftlich bestätigt ist.

Risiko 3: Verlust von Alterungsrückstellungen

Bei deiner alten BU hast du über die Jahre Alterungsrückstellungen aufgebaut. Diese gehen bei einem Wechsel verloren.

Ergebnis: Die neue BU ist teurer, als sie auf den ersten Blick aussieht.

Risiko 4: Neue Wartezeiten

Manche BU-Versicherer haben Wartezeiten (z. B. 3 Monate). In dieser Zeit hast du keinen vollen Schutz.

So wechselst du deine BU richtig (Schritt für Schritt)

Wenn du dich für einen Wechsel entschieden hast, gehe so vor:

Schritt 1: Neue BU finden und vergleichen

Nutze einen unabhängigen Vergleichsrechner oder einen Makler, um eine neue BU zu finden. Achte auf:

  • Günstigere Beiträge (mindestens 20-30 % Ersparnis)
  • Bessere oder gleichwertige Leistungen
  • Guten Versicherer (hohe Leistungsquote, gute Bewertungen)

Schritt 2: Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Fülle die Gesundheitsfragen der neuen BU ehrlich und vollständig aus. Verschweige nichts, sonst riskierst du, dass die Versicherung im Leistungsfall nicht zahlt.

Schritt 3: Auf Bestätigung warten

Warte, bis die neue BU schriftlich bestätigt ist. Erst dann hast du Gewissheit, dass du versichert bist.

Schritt 4: Alte BU kündigen

Kündige deine alte BU erst, nachdem die neue BU bestätigt ist. So vermeidest du eine Versicherungslücke.

Kündigungsfrist beachten: Die meisten BU-Verträge haben eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Jahresende. Prüfe deinen Vertrag.

Schritt 5: Bestätigung der Kündigung abwarten

Warte auf die schriftliche Bestätigung der Kündigung. Bewahre alle Unterlagen auf.

Alternativen zum BU-Wechsel

Bevor du wechselst, prüfe diese Alternativen:

Alternative 1: Vertragsanpassung

Viele Versicherer erlauben es, den bestehenden Vertrag anzupassen. Das kann sein:

  • Beitragsreduzierung (durch Reduzierung der BU-Rente)
  • Leistungsverbesserung (durch Nachversicherung)
  • Dynamik anpassen (Dynamik erhöhen oder aussetzen)

Vorteil: Du behältst deine alte BU (ohne erneute Gesundheitsprüfung) und passt sie an deine Bedürfnisse an.

Alternative 2: Zweite BU abschließen

Statt deine alte BU zu kündigen, kannst du eine zweite BU abschließen. So erhöhst du deine BU-Rente.

Beispiel: Du hast eine alte BU mit 1.000 € Rente. Du schließt eine zweite BU mit 1.000 € Rente ab. Gesamt: 2.000 € Rente.

Vorteil: Du behältst den Schutz der alten BU und erweiterst ihn mit der neuen BU.

Alternative 3: Beitragsfrei stellen

Wenn du die Beiträge nicht mehr zahlen kannst, stelle die BU beitragsfrei. So behältst du einen reduzierten Schutz, ohne Beiträge zu zahlen.

Mehr dazu in unserem Ratgeber: BU kündigen oder beitragsfrei stellen.

Alternative 4: Mit dem Versicherer verhandeln

Ruf bei deinem Versicherer an und erkläre deine Situation. Manche Versicherer bieten Kulanzlösungen an (z. B. vorübergehende Beitragsreduzierung).

Was du bei der neuen BU beachten musst

Wenn du eine neue BU abschließt, achte auf diese Punkte:

1. Verzicht auf abstrakte Verweisung

Die neue BU sollte auf die abstrakte Verweisung verzichten. Das bedeutet: Wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, musst du nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden.

2. Gute Nachversicherungsgarantie

Die neue BU sollte eine Nachversicherungsgarantie haben. So kannst du deine BU-Rente später erhöhen (z. B. bei Gehaltserhöhung, Heirat, Geburt eines Kindes) – ohne erneute Gesundheitsprüfung.

3. Weltweiter Versicherungsschutz

Die neue BU sollte weltweit gelten, nicht nur in Deutschland.

4. Rückwirkende Leistung

Die neue BU sollte rückwirkend leisten, ab dem Zeitpunkt, an dem du berufsunfähig wurdest (nicht erst ab Antragstellung).

5. Hohe Leistungsquote des Versicherers

Prüfe die Leistungsquote des Versicherers. Das ist der Prozentsatz der Anträge, die der Versicherer anerkennt. Eine gute Leistungsquote liegt bei 70-80 %.

Häufige Fehler beim BU-Wechsel

Fehler 1: Alte BU zu früh kündigen

Viele kündigen ihre alte BU, bevor die neue BU bestätigt ist. Das führt zu einer Versicherungslücke.

Lösung: Kündige die alte BU erst, nachdem die neue BU schriftlich bestätigt ist.

Fehler 2: Gesundheitsfragen unvollständig beantworten

Manche verschweigen Vorerkrankungen, um eine günstigere BU zu bekommen. Das ist gefährlich: Im Leistungsfall kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

Lösung: Beantworte alle Gesundheitsfragen ehrlich und vollständig.

Fehler 3: Nur auf den Preis achten

Viele achten nur auf den Preis und übersehen, dass die günstigere BU schlechtere Leistungen hat.

Lösung: Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungen.

Fehler 4: Alterungsrückstellungen nicht berücksichtigen

Viele vergessen, dass sie bei der alten BU Alterungsrückstellungen aufgebaut haben, die bei einem Wechsel verloren gehen.

Lösung: Rechne aus, ob sich der Wechsel wirklich lohnt (unter Berücksichtigung der verlorenen Alterungsrückstellungen).

Fazit: Wechsel nur, wenn es sich wirklich lohnt

Ein BU-Wechsel kann sinnvoll sein, aber er ist nicht immer die beste Lösung. In vielen Fällen ist eine Vertragsanpassung oder eine zweite BU die bessere Wahl.

Die wichtigsten Punkte:

  • Wechsel nur, wenn die neue BU deutlich besser ist (20-30 % günstiger oder bessere Leistungen)
  • Prüfe, ob du noch gesund genug bist für eine neue BU
  • Kündige die alte BU erst, nachdem die neue BU bestätigt ist
  • Prüfe Alternativen (Vertragsanpassung, zweite BU, Beitragsfreistellung)
  • Achte bei der neuen BU auf gute Leistungen (Verzicht auf abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie etc.)

Unser Tipp: Bevor du wechselst, prüfe mit unserem kostenlosen Vorqualifizierungs-Tool, ob du überhaupt noch für eine neue BU infrage kommst!

Mehr zum Thema BU-Kündigung erfährst du in unserem Ratgeber: BU kündigen oder beitragsfrei stellen. Und wenn du wissen willst, worauf du bei einer neuen BU achten musst, schau dir unseren BU-Vergleich an.

Weitere hilfreiche Artikel:

Mehr Infos zum Thema BU-Wechsel findest du auch bei Versicherungen mit Kopf.

Häufige Fragen

Wovon hängt die Entscheidung für eine BU ab?

Versicherer betrachten unter anderem Beruf, Gesundheitsangaben, Alter, Hobbys, gewünschte Rentenhöhe und die Vertragsbedingungen. Die Bewertung kann deshalb von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich ausfallen.

Was sollte ich vor einem Antrag vorbereiten?

Ordne deine Tätigkeitsbeschreibung und die abgefragten Gesundheitszeiträume sorgfältig. Bei unklaren Angaben kann eine anonyme Risikovoranfrage vor einem formellen Antrag sinnvoll sein.

Ist eine Online-Ersteinschätzung verbindlich?

Nein. Eine digitale Prüfung dient nur der Orientierung. Verbindlich ist erst die individuelle Entscheidung des Versicherers auf Grundlage eines vollständigen Antrags.

Nächste Schritte

Bedarf sowie Berufs- und Gesundheitsangaben sorgfältig ordnen. Die digitale Prüfung ist eine unverbindliche Orientierung; eine verbindliche Entscheidung trifft erst der Versicherer zu einem vollständigen Antrag.

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Quellen und redaktionelle Prüfung

Dieser Artikel wurde nach der Redaktionsrichtlinie geprüft.